«Wochendiagnose: Das Einfamilienhaus»
In unserem Quartier wird derzeit ein früheres Einfamilienhaus zurückgebaut. An seiner Stelle wird ein Mehrfamilienhaus errichtet. Vergleichbare Bauprojekte werden vielerorts in unseren Wohnquartieren realisiert.
Die Binnenverdichtung entspricht der kantonalen Politik, das Wachstum möglichst im bestehenden Fussabdruck der Stadt abzubilden und insbesondere nicht aktuell unversiegelte Fläche dafür zu verbauen. Das macht unter ökologischen, wirtschaftlichen und auch sozialen Gesichtspunkten Sinn und ist in jeder Hinsicht vernünftig.
Jenseits der Rationalität geht allerdings auch etwas verloren. Quartiere mit vielen Einfamilienhäusern sind meist grün, haben einen alten Baumbestand und ein gewisses Cachet. Sie strahlen eine Art von Wohlstand aus, die von Generationen angestrebt und aufgebaut wurde.
Stand das Einfamilienhaus in dieser Tradition für sichtbaren Erfolg, ist es heute ein Privileg aus früheren Zeiten. Hoffentlich werden ihm einst nicht mehr als nur die Privilegierten nachtrauern.
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