«Wochendiagnose: Baustelle»
«Baustellen überall» halte ich grundsätzlich für einen etwas abgedroschenen Nörgel-Slogan.
Aktuell nicht mehr ganz. Es fühlt sich eher schon nach einer Umzingelung an. Baulärm früh morgens in der Nachbarschaft und dann gerade wieder im Departement. Ob daheim, im Büro oder an der Regierungssitzung im Rathaus, es scheppert, kracht und meisselt aus allen Baggern und Bohrern.
Was momentan eine individuelle Zumutung ist, bedeutet im grösseren Kontext nichts anderes als Fortschritt: Unsere Infrastruktur wird erneuert und ertüchtigt. Ob im Gleis-, Leitungs- oder Spitalbau: Die Bauarbeiten halten die Grundversorgung aufrecht und bringen konkrete Verbesserungen für unsere Bevölkerung. Eine Bevölkerung wohlverstanden, die wächst und auf neuen Wohnraum angewiesen ist, der sich wiederum nicht lautlos über Nacht selber aufstellt.
Ich bemühe mich also um eine Akzeptanzstrategie. Der Blick ins Ausland hilft dabei. In Deutschland herrscht Ärger über die vernachlässigte Bahn-Infrastruktur, und in Italien verschlimmert sich die Dürre durch notorisch undichte Wasserleitungen. Dann doch lieber Baulärm.
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