«Wochendiagnose: Saure Gurken waren einmal»
Ich hätte grundsätzlich gut mit der früher üblichen Sommerflaute und den sauren Gurken leben können. Stattdessen machte sich diesen Sommer hitzige Betriebsamkeit breit, und angesichts der anhaltenden Hitze und Dürre herrscht zunehmend Alarmstimmung.
Die Klimasorgen sind natürlich berechtigt und werden uns mit zunehmender Intensität beschäftigen. Obwohl schon seit Langem bekannt und von den meisten anerkannt, überrascht uns jetzt die Heftigkeit der Klimaerwärmung. In der Folge haben sich die Themen der Klima-Anpassung in den Vordergrund geschoben, und teilweise wurden unrealistische Erwartungen entblösst. Hat man wirklich gedacht, wir könnten über die Sommerferien sämtliche Schulhäuser mit Klimaanlagen versehen? Wie wäre so ein Finanzierungsantrag im Januar wohl diskutiert und entschieden worden?
Immerhin können wir nun die Hitze-Herausforderungen mit mehr Erfahrung und Entschlossenheit angehen. Dabei müssen wir die Bedürfnisse der Verletzlichsten priorisieren und verhältnismässig vorgehen.
Bei aller Wichtigkeit und Dringlichkeit bleibt Hitzeschutz indessen Symptombekämpfung. Wenn wir an nachfolgende Generationen denken, müssen wir selbstverständlich beim eigentlichen Klimaschutz ansetzen. Es ist zu hoffen, dass dieser nicht einer kurzfristigen Adaptionslogik zum Opfer fällt, denn langfristig werden es Klimaanlagen und Bewässerungsflüge allein nicht richten.
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