«Wochendiagnose: Nie wieder»
Vor achtzig Jahren fielen die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Auf einen Schlag wurden mehr als 100'000 Menschen getötet, und eine noch grössere Zahl von Opfern erlag der Strahlenbelastung in den nachfolgenden Monaten und Jahren.
«Nie wieder Hiroshima», sagt sich die Welt seither. Am Nobel Friedenscenter in Oslo ist dem Thema eine Ausstellung gewidmet, und die Überlebenden-Organisation «Nihon Hidankyo» ist aktuelle Trägerin des Friedens-Nobelpreises. Sie wird darin geehrt für Ihre Bemühungen für eine atomwaffenfreie Welt.
Es ist eine denkbar aktuelle Würdigung. Gerade wird uns schmerzlich vorgeführt, wie effektvoll auch der rein politische Umgang mit Atomwaffen sein kann. Die latente nukleare Bedrohung ist offensichtlich der Hauptgrund dafür, dass Russland bei seinem verbrecherischen Krieg gegen die Ukraine bisher nicht wirkungsvoller in die Schranken gewiesen wurde. Andererseits kann der westliche Nuklearschirm für unseren Teil des Kontinents auch als Sicherheits- und Friedensgarantie gelesen werden.
Die komplexe Spannung von Frieden und Krieg bleibt eine Daueraufgabe für die Politik. Widersprüche sind leider unvermeidlich: Solange es Pole der militärischen Aggression gibt, brauchen die Friedfertigen wirkungsvollen Schutz. Dennoch muss die bombenfreie Welt das Ziel bleiben. Schon der Dynamit-Erfinder Nobel war eigentlich Pazifist.
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